Unser Verein
Die St. Ewaldus Schützengilde Düren 1560 e.V. hat ihren Sitz in Düren und blickt auf eine eindrucksvolle Tradition in einer langen Vergangenheit zurück. Sie gehört zu den ältesten und renommiertesten Schützenvereinen der Region. Mit der Leidenschaft für das Schießen, Kameradschaft und Tradition hat sich der Verein über fast fünf Jahrhunderte immer weiterentwickelt und wird von seinen Mitgliedern bis heute geschätzt und aktiv gelebt. Die anhaltende Beliebtheit und kulturelle Bedeutung des Vereins verdeutlichen eine erfolgreiche Geschichte, die durch das Engagement unserer Mitglieder geprägt ist.
Natürlich bietet der Verein neben den wöchentlichen Trainings auch Schnuppertermine für Neulinge und Schießunterricht für Anfänger, geleitet von erfahrenen und langjährigen Mitgliedern, wobei die Sicherheit immer an erster Stelle steht. Saisonale Feste für Mitglieder und Gäste zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls runden unser Vereinsleben ab. Regelmäßige (interne) Schießwettbewerbe bringen nicht nur Spannung, sondern geben unseren Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu präsentieren und sich miteinander zu messen. Die St. Ewaldus Schützengilde Düren 1560 e.V. ist ein dynamischer Verein, in dem Tradition auf modernen Schießsport trifft.
Unsere Unterstützer






Unser Vorstand
Aktuelles
Unsere Geschichte
Ursprung
Bereits im 15. Jahrhundert wurde in Düren mit der Büchse geschossen. Vor 1560, entwickelten sich die ersten, noch lose organisierten Büchenschützen. Diese Schützen hatten jedoch bisher keine feste Bruderschaftsstrucktur. Die Buchsenschützen tauchen ab 1561 erstmals als Empfänger eines „Monatsgeldes“ der Stadt auf. Das heißt, die Stadt musste bereits 1560 bis 1561, einen Vertrag mit den Schützen abgeschlossen haben. Dieser Vertrag markiert erstmals die Organisation der Schützen. Dadurch wurde ihnen ebenfalls ein Übungsplatz zugewiesen.
Zunehmend entwickelte die Gilde einen Charakter der religiös-sozialen Bruderschaft. Der Name „St.-Ewaldus-Gilde“ taucht nicht in früheren Quellen auf. Dieser muss zu einem späteren Zeitpunkt entstanden sein. Spätere Überlieferungen behaupten, 1584 sei eine Schützenordnung festgesetzt worden. Tatsächlich handelt es sich bei der Nennung von 1584 um eine städtische Wachordnung, nicht um Schützengesetze. Die Idee, dass 1584 ein Schützenfest entlassen wurde, ist ein Traditionsfehler. Dass die Büchsenschützen schon vor 1584 existierten, sei zweifelsfrei belegt.
Die Tabula der Gilde enthält kein Datum, wurde jedoch lange fälschlich auf 1584 datiert. Schriftvergleiche zeigen, dass die Tabula jünger als ein Schreiben von 1584 sein könnte. Ein angeheftetes, stark beschädigtes Schützenverzeichnis trägt eine Bemerkung, wonach das „Buch“ am 5. Juni 1677 angefertigt wurde. Die Tabula ist damit keine Stifungsurkunde, sondern nur das älteste Reglement der Gilde. Ein Schriftstück von 1734 behauptet, das Schützenspiel solle nach Regeln von 1584 gehalten werden. Irrtümlich wurde dieses Schriftstück mit der Tabula verknüpft und führte zu einem Datierungsfehler. Der fehlende Magistratsbezug der Tabula zeigt, dass sich die Regelung von 1734 nicht auf die Tabula bezieht. Der ehemalige Schützenmeister Knoll stellte Akten fehlerhaft zusammen und verstärkte somit die falsche Datierung auf 1584.
Aufgrund dieser inkorrekten Annahme wurde 1884 das 300- jährige Bestehen der Gilde gefeiert. Oberbürgermeister Werners widersprach dem schon damals und erkannte korrekt, dass die Tabula jünger ist als die Gilde.
Die Behauptung, die Schützen hätten sich 1543 bei der Erstürmung Dürens hervorgetan, ist nicht widerlegt. Zeitnahe Quellen erwähnen keinen solchen Einsatz.
Nationalsozialistische Zeit
Nach Hitlers Machtübernahme wurden Sport- und Schützenvereine gleichgeschaltet. Das Führerprinzip griff bis in die kleinsten Organisationen. Alle Schützengesellschaften wurden im Deutschen Schützenverband und im NS- Reichsbund für Leibesübungen zusammengefasst. Der Schießsport wurde militärisch ausgerichtet. Neue Schießordnungen dienten der vormilitärischen Ausbildung der Jugend. Durch das taktische Vorgehen von dem damaligen Schützenmeister Dr. Josef Derichs konnte der bestehende Vorstand, das traditionelle Gefüge, sowie die Eigenständigkeit des Vereins weites gehend erhalten bleiben. Die Gilde musste ihre Schießstände jedoch erweitern und den NS- Organisationen, wie Polizei oder Hitlerjugend deren Nutzung zum Teil überlassen.
1935 wurde eine neue Satzung vorgeschrieben, die religiöse Traditionen untersagte, wie zum Beispiel Prozessions- und Kirchengangsteilnahmen. Mitglieder der Gilde umgingen dies zunächst durch ein „zufälliges“ Einreihen. Später wurde auch diese Praxis verboten. Die neue Satzung vom 01.04.1935 ersetzte den Schützenmeister durch den „Vereinsführer“ und den Vorstand durch „Beiräte“. Zweck des Vereins wurde nun „die leibliche und seelische Erziehung im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates“. Es wurde versucht alle Dürener Schützenvereine unter der Ewaldus- Schützen-Gilde zu vereinheitlichen, was jedoch trotz Unterstützung der Stadt scheiterte. 1936 wurden Traditionsveranstaltungen ohne Schießsport untersagt oder Vereine aufgelöst. Laut einem Gestapo-Bericht von 1940 blieben von rund 1000 Bruderschaften nur etwa 600 übrig, die aktiv Schießsport betrieben. Der Schießsport erlebte darin seine Hochphase durch Ligabetrieb, Wettkämpfen oder Presseberichterstattung.
Die Gilde erreichte dabei mehrfach Stadt-, Kreis- oder Bezirksmeisterschaften. Daraus entstanden zahlreiche Titel, Pokale oder Kränze. Durch den Beginn des zweiten Weltkriegs, wurden viele Schützen eingezogen. 1939 fand noch ein Schützenfest statt. Mobilmachung und fortschreitende Einberufungen ließen das Vereinsleben zum Stillstand kommen.
Der heutige Schießstand der Gilde für Klein- und Großkaliber, stammt noch aus der NS- Zeit und wurde danach von dem jetzigen Verein übernommen.
Nachkriegszeit
Nach dem Krieg fanden sich ältere Mitglieder zusammen und begannen die überlebenden Mitglieder zu suchen und zu erfassen. Man plante ein Treffen zu Wiederbegründung der Gilde. Am 04.07.1947 fand, mit alliierter Genehmigung, eine Versammlung im Kolpinghaus statt. Es ein neuer Vorstand wurde gewählt und Satzungsausschuss eingesetzt. Insgesamt 92 Mitglieder und vier Ehrenmitglieder lebten wieder in Düren. Noch war jedoch ein Schützenfest nicht möglich, aufgrund des Waffen- und Versammlungsverbotes.
1948 folgte die Anmeldung des Vereins beim Zentralverband der Historischen Deutschen Schützenbrüderschaften. Am 15.05.1949, fand erstmals wieder eine Jahreshauptversammlung im Stadtpark statt. Im Jahr 1950, konnte nach Lockerung des Waffen- und Versammlungsverbotes, erstmals wieder ein Schützenfest stattfinden.
Mitgliederentwicklung
Aus der Vollmacht vom 24. Juni 1862 geht hervor, dass es damals insgesamt 213 Gildemitglieder gab. Ebenfalls zeigt ein Verzeichnis von 1874, wie viele Mitglieder Düren verließen, aber dennoch die Verbindung zur Gilde beibehielten. Nach dem zweiten Weltkrieg waren nur noch 92 Gildemitglieder und vier Ehrenmitglieder wohnhaft in Düren. Im Jahr 1948 erhöhte sich der Mitgliederstand wieder auf 156. Nach dem Jahr 1950, stieg die Zahl der Schützen weiter, bis auf 350.
Auch die Jugendschützenabtteilung erfreute sich großer Beliebtheit, wodurch die unter 25 Jährigen auf rund 70 Mitglieder kamen. Gleichzeitig stieg die allgemeine Anzahl der Mitglieder weiter auf 440 Personen. Seitdem wurden keine konkreten Zahlen mehr veröffentlicht.
Seit den 2000er Jahren sinkt die Zahl der Mitglieder leider. Neben dem Versterben von Altmitgliedern sorgten Geburtenrückgang, fehlende Identifikation mit traditionellen Vereinen, mangelnde Sozialkompetenz der jungen Generation und die (politische) Stigmatisierung jeglichen Kontakts mit Waffen, Militär o.ä. für Nachwuchsprobleme. Natürlich spielen auch regionale Unterschiede und ein Stadt-Land-Gefälle eine Rolle.





